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Über Placebos und Nocebos

(Schulterblick: 5.Kapitel „Prinzip der Geistigkeit“

Vor ca. 2500 Jahren stolzierte im Stadtstaat Athen so ziemlich der erste Philosoph der Welt durch die Straßen, um entweder selbst Reden zu halten oder Andere während ihrer Reden mit sehr gepflegten Warum-Schleifen zu traktieren. Die Rede ist von Sokrates, der, hätte ich ihn früher kennengelernt, sicherlich ein guter Kumpel von mir geworden wäre. Mit seinen Warum-Schleifen und seiner von den Athenern in ihrer noch sehr jungen Demokratie wahrgenommenen „Besserwisserei“ ging er den meisten Menschen so sehr auf den Keks, dass man ihn später sogar zum Tode verurteilte. Sokrates sollte einen Schierlings-Gift-Becher leeren, aber man war sich wohl selbst etwas unsicher, ob man denn hier wirklich ein gerechtes Urteil gefällt hatte. Deshalb ließ man die Gefängnistüren offen, damit er wenigstens fliehen konnte. Sokrates aber entschied sich auf seine Weise, die damaligen Gesetze zu ehren, indem er den Becher dann eben bei offener Gefängnistüre leerte. Eine wahrhaft konsequente Umsetzung von Stolz. Vielleicht wollte er sich ja auch nur von seiner streitsüchtigen Frau Xanthippe befreien. Wer weiß das schon.

Dass wir heute davon überhaupt Kenntnis haben, ist einem anderen, in diesem Buch viel zitierten alten Kumpel von mir zu verdanken, einem Schüler von Sokrates namens Platon, der die Geschehnisse um Sokrates post mortem skizzierte.

Platon war es auch, der uns erste geschichtliche Hinweise darauf gab, dass nicht nur Medizin Menschen heilen kann, sondern auch Erwartungen. Aus Platons Schriften geht eindeutig seine Überzeugung hervor, dass Worte die Kraft haben, Kranke zu heilen, dass es also eine Verbindung zwischen Geist und Körper geben muss. Eine Erkenntnis, die aus heutiger Sicht banal klingen mag, aber einmal mehr sei hier darauf hingewiesen, dass wir uns viele sogenannte Selbstverständlichkeiten häufig einfach nicht bewusst machen.

Wer kennt sie nicht, die Angst vor Prüfungen und damit einhergehende Auswirkungen auf unseren Verdauungstrakt oder unserem Blutdruck? Oder die Auswirkungen auf unser Wohlbefinden beim ersten Rendezvous. Ich weiß es noch genau, ich hätte ohne Ohren im Kreis lachen können, so lebendig und gesund fühlte ich mich damals, und selbst heute, beim puren Erinnern, lächle ich. Dabei ist es doch in diesen und in unendlich vielen anderen Beispielen augenscheinlich, dass von außen kein direkter Einfluss auf unseren Körper genommen wird. Auch hier ist die reine Erwartungshaltung verantwortlich für das, was auf der Körperebene passiert.

Spätestens seit Platon wissen wir also über dieses Phänomen, dass wir mit unserem Geist unseren Körper beeinflussen können. Die Medizin bezeichnet diese Erkenntnis als den „Placebo-Effekt“ und nimmt diesen mittlerweile sehr ernst. Das war nicht immer so, wie man unschwer an der Übersetzung des Namens erkennen kann, denn Placebo ist der Indikativ Futur 1 von „placere“, dem lateinischen Wort für „gefallen“. Somit bedeutet Placebo nichts anderes als „Ich werde gefallen“. Ein Placebo stand also sehr lange für mehr „Schein als Sein“, weil es keinerlei pharmakologisch wirksame Bestandteile enthält.

Der Punkt ist, dass es trotzdem wirkt. Und hier geht es einzig und alleine darum, dass der Patient eine klare Erwartungshaltung hegt, dass ihm beispielsweise die Placebo-Pille bei der Linderung seiner Beschwerden helfen wird. Dabei spielt nicht nur die Pille selbst eine Rolle, sondern auch das vom Patienten wahrgenommene Umfeld oder beteiligte Ärzte und deren Aussagen und Körsprache, sprich: alles, was auf den Patienten wirkt und ihm bei der Formulierung einer klaren Erwartungshaltung hilft. Wissen weder Patient noch Arzt darüber Bescheid, ob der Patient ein „Verum“, also ein echtes Medikament bekommt, oder ein Placebo, spricht man von einer Doppelblindstudie. In der Regel wird in der letzten Phase vor Markteinführung eines neuen Wirkstoffes die Wirksamkeit des neuen Präparates in einer Vergleichsstudie untersucht, mit einem Placebo. Scheidet das Verum nicht signifikant besser ab als das Placebo, wird der neue Wirkstoff nicht zugelassen, und das ist in der Vergangenheit nicht nur einmal passiert.

Unser Körper ist ebenso ein Phänomen, wie es unser Geist ist. Neben der Tatsache, dass alle unsere Organe wahre Wunder bewirken, verfügen wir auch über eine innere Chemiefabrik, die bei entsprechenden „Aufforderung“ genau die Wirkstoffe ausschüttet, die gerade erwartet werden. Wir stimulieren bewusst oder unbewusst unsere eigenen Selbstheilungskräfte. Das ist auch die Medizin vieler Urvölker: Über einen „Medizinmann“ wird durch rituelle Taten und mit Unterstützung natürlicher Substanzen versucht, bestimmte Reize auf den jeweiligen Patienten auszuüben und in eine Erwartung zu verwandeln, sodass innerlich genau jene Stoffe in optimaler Dosierung ausgeschüttet werden, die es zur Genesung braucht. Auch hier gibt es wahre Wundergeschichten von Spontanremissionen, wenn man sich damit einmal näher beschäftigt.

In unserem Alltag begegnen uns überall solche Rituale: Das morgendliche Gebet lässt uns Schutz erwarten und lässt uns ohne Angst in die Welt gehen. Kinder bekommen beim Arzt bunte Pflaster gegen die Schmerzen bei einer Schürfwunde, was sehr oft „Wunder wirkt“. Oder sie bekommen vom Lehrer Traubenzucker gegen Heimweh beim ersten Schulausflug.

Die Placebo-Erfolgsbücher sind randvoll mit Geschichten, in denen selbst todkranke Patienten durch den Glauben an eine Aktivierung der körpereigenen „Medikamente“ wieder gesund wurden. Und ja: Leider gibt es auch ähnlich dicke Bücher über Misserfolge, wo Patienten sogar bewusst auf ärztliche Begleitung verzichteten, weil sie sich sicher waren, dass ihr Glaube an Heilung groß genug sei, um sie zu erreichen, und dann funktionierte es nicht. Doch es ist möglich, und nur diese Eigenschaft möchte ich hier an dieser Stelle einmal festhalten.

Beim Placebo-Effekt ist auch der Aspekt der Konditionierung von Bedeutung, was man grob mit einem „Lerneffekt“ übersetzen kann. In der Debatte, ob es die Konditionierung ist, die eine Erwartung beeinflusst, oder die Erwartung, die einen Lerneffekt verursacht, hat man sich in der Forschung mittlerweile demokratisch geeinigt, dass wohl beides eine Rolle spielt.

Um es an dieser Stelle klar zu formulieren: Die Wissenschaft weiß auch heute noch zu wenig über dieses Phänomen, als dass fundiert erklärt werden könnte, wie genau und wann genau der Placebo-Effekt seine gewünschte Wirkung erzielt.

Auch das ist ein Grund, dieses Buch zu schreiben, weil die Paragus-Prinzipien dazu beitragen, uns in die Tiefe unseres Seins zu begeben und für Klarheit zu sorgen. Wenn eines an dieser Stelle mit Sicherheit behaupten werden kann, dann, dass die im vorigen Kapitel beschriebene Klarheit der Erwartungshaltung eine Grundvoraussetzung für eine Heilungschance ist. Mit einer angstfreien und absolut positiven Erwartungshaltung sind wir jederzeit auf der guten Seite der Macht – aber wie wir im ersten Prinzip ja auch gelernt haben, gibt es immer zwei Seiten, also auch hier eine dunkle Seite.

Die dunkle Seite der Macht in der Placebo-Forschung nennt man entsprechend „Nocebo-Effekt“, abgeleitet vom lateinischen „nocere“ (schaden). Eines der berühmtesten Beispiele dazu, das Dr. Josef Murphy in seinem Buch „Positives Denken“ erwähnt, ist das vom Arbeiter, der versehentlich über Nacht in einem Tiefkühlraum eingeschlossen und erst am nächsten Tag mit allen äußerlichen Anzeichen einer Erfrierung tot aufgefunden wurde. Das, was hier auf den ersten Blick logisch erscheint, wird dann skurril, wenn man über eine entscheidende Zusatzinformation verfügt: Der Kühlraum war aus Wartungsgründen überhaupt nicht angeschlossen. In ihm herrschte eine normale Außentemperatur, die bei ca. 10 Grad Celsius lag. Das wusste der Arbeiter aber nicht, und auch hier reichte die reine Erwartungshaltung, dass ein naher Erfrierungstod drohte, um dies auch geschehen zu lassen. Immer vorausgesetzt, dass dieses Ereignis wirklich stattgefunden hat, darf man sich an dieser Stelle einmal mehr die Macht unseres Geistes vor Augen führen.

Herpespatienten wissen um diese machtvolle Instanz. Werden sie nämlich mit äußerst ekligen Bildern konfrontiert, reicht dies bei mindestens 20 % von ihnen aus, um am nächsten Tag Herpesbläschen am Körper begrüßen zu dürfen. Auch hier wurde von außen kein Herpesgift verabreicht, sondern höchstens der innere Prozess manipuliert. Und es war die Zusammenarbeit zwischen Körper und Geist, die diese Ekelreaktion erzeugte.

Gerne führe ich an dieser Stelle jedem unbewussten Victim vor Augen, welchen Ekelbildern im übertragenen Sinne wir im Alltag ausgesetzt sind, wie viele Nocebos uns beeinflussen – und dass wir sie zulassen.

„Du machst mich traurig“ haben schon Generationen von Enttäuschten dem vermeintlichen Verursacher sagen dürfen. Nee, und noch einmal nee. Niemand verfügt über Traurigkeitsgift, das einem Gegenüber verabreicht werden könnte. Damit möchte ich keinesfalls das möglicherweise fragwürdige Verhalten einer Person entschuldigen, ich möchte nur auf die Macht hinweisen, dass wir in uns selbst die entsprechenden Traurigkeitshormone erzeugen – und dass wir somit auch die Macht besitzen, die Traurigkeit zu beenden oder erst gar nicht damit zu starten.

„Du hast mich beleidigt, und das tut so weh“ ist die nächste kernige Aussage in diesem Zusammenhang. Natürlich kann uns jemand ein blaues Auge schlagen. Aber wie kann jemand uns körperlich empfundenen Schmerz zufügen, indem er uns beleidigt? Das geht doch nur dann, wenn wir seiner Beleidigung eine solch negative Bedeutung geben, dass es wehtut, und das könnten wir doch auch sein lassen.

Versteht mich auch hier bitte richtig. Natürlich ist eine Enttäuschung, die warum auch immer Traurigkeit oder Schmerzen verursacht, nicht gut zu ertragen. Aber die Botschaft hier ist diese: Wir allein haben die Macht, uns dieser Manipulation zukünftig zu entziehen. Wir haben die Macht, Ängste in Vertrauen umzuwandeln. Wir bestimmen, wann wir traurig sind und wann nicht, und wenn es dann ungewollt passiert, fragen wir uns doch bitte, wo genau wir nicht aufgepasst und wann genau wir den inneren Traurigkeitsknopf gedrückt haben. Nur so finden wir heraus, wie wir zukünftig bessere Ursachen für gewollte Wirkungen erzeugen (siehe nächstes Kapitel). Genau darum geht es: Wie wir möglichst oft machtvoll in uns selbst bleiben. Und all denjenigen unter euch, die jetzt denken, ein reiner Schutz sei nur möglich, wenn man unnahbar ist oder gar nicht mehr vor die Türe geht, sei Tante Rudi vorgestellt, eine ältere Dame, die ich während meiner Hospiztätigkeit kennenlernen durfte. Als ihre Enkelin ein Erlebnis schilderte, das sie enttäuscht hatte, war einer von Tante Rudis letzten Sätzen zu ihr:

„Liebes Kind, du darfst dir mal eins merken: Lieber einmal im Monat beschissen werden als dreißig Tage misstrauisch zu sein.“

Recht hat sie, die gute Rudolfa. Das Ganze ist natürlich mit Arbeit verbunden, denn Andersdenken will gelernt sein, und genau hier sei der Haken an der Sache entlarvt. Es erstaunt immer wieder, mit wie wenig Willen Victims vom Leben erwarten, dass sich Veränderungen einstellen. Man könnte meinen, ihr Zustand sei wohl doch noch nicht schlimm genug, sonst würden die Victims ja alles daransetzen, dass sich möglichst schnell eine Veränderung einstellt.

Dass wir alle miteinander in Verbindung stehen, heißt ja noch lange nicht, dass wir keine Grenzen setzen können. Doch Victims schaffen es wiederholt nicht, eben diese klare Grenzen zu setzen und sich somit selbst zu schützen. Und was passiert stattdessen?

Victim A lässt sich beleidigen, weil sie oder er die Erwartungen von Mensch B nicht erfüllt hat, und schon vergiftet dieses Negative komplett den Organismus von A. Mensch B hat vielleicht Folgendes an Beleidigungen ausgesprochen:

Nun höre mir mal genau zu, A (Befehl, keine Bitte). Das will ich dir einmal sagen (ungefragt). Was bist du doch für ein schlechter Mensch (haltlose Behauptung), dass du mir noch nicht einmal diesen kleinen Gefallen tun kannst (sein Problem). Ich habe immer zu dir gehalten (haltlose Behauptung, unbewiesen und vielleicht auch selbstverständlich), obwohl die anderen mich immer vor deinem Egoismus gewarnt haben (grausame Behauptung, unbewiesen und ggf. auch völlig unbedeutend). Und wie dankst du es mir (die Person gibt nicht bedingungslos)? Ich möchte mit dir zukünftig nichts mehr zu tun haben (vielleicht die beste Nachricht des Tages), und ich werde das jedem erzählen, dem ich begegne (Drohung, pure Schwäche, multiplizierter Schwachsinn).

In Klammern sind die Wahrheiten hinter den Aussagen dargestellt, so wie eine Victoria bzw. ein Victor diese Aussagen wahrnehmen würde. Das Gift muss an einer imaginären Mauer (Grenze) abprallen, und das passiert nur dann nicht, wenn Victim A hinter den Aussagen ein Körnchen Wahrheit vermutet, d. h. keine Grenzen gesetzt hat. Dann könnte vielleicht Folgendes in A tatsächlich ankommen und sich toxisch auswirken.

Ja, ich höre dir zu, weil du so dominant bist. Oh Gott, was will er mir denn jetzt sagen? Bin ich wirklich ein schlechter Mensch? Na ja, stimmt schon, ich hätte ihm ja diesen Gefallen auch tun können, was hätte das schon ausgemacht? Wer ist denn noch alles gegen mich, dass schon Warnungen ausgesprochen werden? Bald bin ich alleine und einsam, niemand mag mich mehr. Ich bin echt undankbar und jetzt wird die ganze Welt davon erfahren. Ich bin ein schlechter Mensch.

Und schon ist der Schuldcocktail gemixt, den Victims bis zum letzten Tropfen lehren und dessen Wirkungen sie förmlich erwarten.

Auch hier haben sich vielleicht im Vorfeld unbewusst eine ganze Menge an fehlerhaften Glaubenssätzen eingepflanzt. Beispielsweise kann es sein, dass A bisher immer funktioniert hat, d. h. stets Schwierigkeiten hatte, mit „Nein“ zu reagieren, und dies des lieben Friedens willen immer wiederholt hat, anstatt dem inneren Gefühl zu entsprechen. Schuld ist ein Unkraut, das sich extrem schnell ausbreitet, wenn fehlender Dünger mit Namen „Selbstliebe“ nicht für die notwendige Unterstützung sorgt. Es sind sehr oft genau diese fehlende Selbstliebe, fehlendes Selbstbewusstsein oder fehlendes Selbstwertgefühl, die für Schuldgefühle verantwortlich sind. Doch durch den oben beschriebenen Disput hätte A endlich die Chance, sich dieser Glaubenssätze bewusst zu werden und sie ins Gegenteil zu verwandeln. Dafür braucht es innerliche, also geistige, klare Entscheidungen.

Wer oder was bin ich?

Für was stehe ich?

Was möchte ich im Leben erreichen und auf welchem Weg?

Welche Werte verfolge ich?

Etc.

Also: Niemand ist für die Probleme eines anderen Menschen verantwortlich. Man darf stets liebevoll zur Seite stehen. (Man darf auch Hilfe anbieten, aber ich warne hier ausdrücklich vor Übergriffigkeit. Wir haben kein Recht, den Lernprozess eines anderen Menschen ungefragt zu unterbrechen. Vielleicht verhindert unsere Hilfe einen sehr notwendigen Prozess des anderen.) Wird Hilfe angefragt, dann darf jeder überprüfen, ob diese Hilfe innerhalb des eigenen Wertkorridors abrufbar ist, und wenn das nicht der Fall ist, erfolgt ein liebevolles „Nein“, wenn wohl, dann gerne ein kraftvolles „Ja“. Im Falle eines „Nein“ darf folgende Hilfe gedacht werden:

Dein Affe, dein Zirkus!

Es gibt so viele Hilfen, die A der Person B innerhalb des eigenen Wertekorridors alternativ zukommen lassen könnte. Wenn diese nicht gewollt ist, dann sollte A loslassen.

Und das solltet ihr auch. Es kommen neue Menschen in eure Leben, die sich durch eure Energie angezogen fühlen, aber auf einem anderen Niveau. Denn: Verändern wir uns, dann verändert sich auch unser Umfeld (2. Prinzip „Anziehung“). Man geht entsprechend der eigenen Wertvorstellungen mit einer anderen Person um. Hält Geben und Nehmen, frei nach dem 4. Prinzip („Anteile“), stets in Balance. Ist entsprechend dem 3. Prinzip („Rhythmus“) stets auf innere und äußere Harmonie aus und erntet, das was man sät. Die Evolution von Werten beginnt und ist nicht mehr aufzuhalten …

Wir haben im 2. Prinzip gelernt, dass Veränderung zunächst nur im Inneren stattfinden und sich erst dann im Äußeren manifestieren. Einem äußeren „NEIN“ geht also sehr oft ein inneres, also geistiges „JA“ voraus!

Auch aus diesem Grund sind Sätze wie „Die Zeit heilt alle Wunden“ für mich immer ein Nocebo. Es stimmt zwar, dass die Zeit uns hilft, aber nicht verarbeitete innere Prozesse pflegen sich zu wiederholen, und wir alle kennen Menschen, bei denen die augenscheinlichen Probleme rhythmisch wiederzukehren und sich zu verstärken scheinen. Hilfe kann hier definitiv nicht allein die Zeit bringen, sondern nur ein Bewusstwerden innerer Denk- und Erwartungsstrukturen, um diese dann sukzessive zu verändern. Beantwortet euch auch hier die Frage, für wen ihr das Ganze tun sollt. Doch wohl ausschließlich für euch selbst. Geht liebevoll mit der Vergangenheit um, verabschiedet alte Denkqualitäten, gerne rituell – ich empfehle zielkonforme Meditation und Affirmation –, und wer denkt, „dies sei aber alles andere als einfach“, dem sei Lydia in Erinnerung gerufen.

Lydias Schicksal ist grauenhaft. Niemand darf einem anderen Menschen eine solche Gewalt antun. Dafür braucht es härteste Gesetze, die zum einen eine Abschreckung erzielen und zum anderen dafür sorgen, dass Vergewaltiger hart für ihr Vergehen bestraft werden. Aber Lydias innere Heilung wird ausschließlich in der Annahme des bereits Geschehenen gelingen sowie in der Anwendung der Paragus-Prinzipien. Und da ist Lydia nach 4 Tagen ja auf einem sehr guten Weg. Ist das nicht eine gute Botschaft für alle Victims unserer Zeit?

Wenn Lydia das schafft, dann kann das auch jeder andere schaffen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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